Der Weißabgleich in der Studio-Fotografie

Share

Warum den Weißabgleich im Studio manuell einstellen?

Im Fotografen-Alltag hat man häufig den automatischen Weißabgleich aktiviert, was insofern sehr praktisch ist, weil man in vielen Situationen schlichtweg nicht die Zeit hat, den Weißabgleich manuell vorzunehmen. Im Studio sollte man den Automatik-Modus aber meiden, weil es ja gerade der Vorteil der Studio-Fotografie ist, Einfluß auf möglichst viele Parameter nehmen zu können, was letztendlich auch mit einer gehobenen aufnahme-Qualität einhergeht. Der Weißabgleich muß daher vorgenommen werden, weil die Kamera für farbechte Aufnahmen auf die Farbtemperatur der Umgebung, bzw. auf die Farbtemperatur der Studio-Blitze eingestellt werden muß. Tut man dies nicht, drohen farbstichige Aufnahmen die Arbeit zunichte zu machen! Natürlich könnte man grundsätzlich im RAW-Format fotografieren, um den Weißabgleich später mit Photoshop zu korrigieren, aber besser ist es natürlich, die Kamera schon zuvor korrekt einzustellen.

Wie kann der manuelle Weißabgleich im Studio manuell vorgenommen werden?

Zunächst sollte man einmal sein Set aufbauen, sprich: den Fotohintergrund aufbauen, das Hauptlicht, das Aufhellicht und die Hintergrundslichter positionieren und letztendlich mit einem externen Belichtungsmesser die Blitzstärke auf die gewünschte Blende anpassen. Nun läßt man das Modell eine extragroße Graukarte in Richtung der Kamera halten. Den Kelvin-Wert stellt man vorerst im Menü für den Weißabgleich auf 5200 ein. Nun fotografiert man die Graukarte bildfüllend. Hierbei sollte man darauf achten, daß nicht die Finger oder der Hintergrund mit aufs Bild kommen. Den Autofokus kann man zuvor deaktivieren, weil die Kamera Schwierigkeiten hat, auf der grauen Fläche einen Fokuspunkt zu finden. Ein manuelles Fokussieren kann man sich sparen, weil die Schärfe für das hier beschriebene Vorhaben nicht relevant ist. Nun geht man in das Kameramenü und läd das Foto als Referenz für den Weißabgleich in den Speicher der Kamera. Solange die Belichtungssituation sichnicht verändert, wird die Kamera nun farblich korrekte Bilder aufnehmen.

Den Weißabgleich später mit Photoshop durchführen

Selbstverständlich kann man den Weißabgleich auch nach dem Shooting mit Hilfe eines Bildbearbeitungsprogramms, z.B. Photoshop Elements, durchführen. Hierfür fotografiert man einfach das Modell zusammen mit der Graukarte. Später am Computer teilt man dem Bildbearbeitungsprogramm einfach mit, daß es die Graukarte als Referenz für den Weißabgleich verwenden soll. Die hierbei errechnete Farbtemperatur kann dann auf alle anderen Bilder übertragen werden.

Kommentieren